Grunderwerbsteuer Rechner 2026

Berechnen Sie die Grunderwerbsteuer für Ihr Bundesland — alle 16 Steuersätze auf einen Blick.

Was ist die Grunderwerbsteuer?

Die Grunderwerbsteuer (GrESt) ist eine einmalige Steuer, die beim Erwerb eines Grundstücks oder einer Immobilie in Deutschland fällt (§1 GrEStG). Sie wird von den Bundesländern erhoben, die seit 2006 den Steuersatz selbst festlegen dürfen. Die GrESt ist in der Regel vom Käufer zu zahlen und muss beglichen werden, bevor das Grundbuchamt die Eigentumsumschreibung vornimmt.

Anders als die laufende Grundsteuer (jährlich) ist die Grunderwerbsteuer eine Verkehrsteuer, die nur einmalig beim Eigentumsübergang anfällt. Bemessungsgrundlage ist der im Kaufvertrag vereinbarte Kaufpreis — miterworbenes Inventar (Küche, Sauna, Markise) kann herausgerechnet werden, um die Steuerlast zu senken.

Steuersätze nach Bundesland 2026 (alle 16 Länder)

BundeslandGrESt-SatzSeit
Baden-Württemberg5,0 %11/2011
Bayern3,5 %seit jeher
Berlin6,0 %01/2014
Brandenburg6,5 %07/2015
Bremen5,0 %01/2014
Hamburg5,5 %01/2023
Hessen6,0 %08/2014
Mecklenburg-Vorpommern6,0 %07/2019
Niedersachsen5,0 %01/2014
Nordrhein-Westfalen6,5 %01/2015
Rheinland-Pfalz5,0 %03/2012
Saarland6,5 %01/2015
Sachsen5,5 %01/2023
Sachsen-Anhalt5,0 %03/2012
Schleswig-Holstein6,5 %01/2014
Thüringen5,0 %01/2024

Steuerbefreiungen (§3 GrEStG)

Nicht jeder Immobilienerwerb unterliegt der Grunderwerbsteuer. Das Gesetz sieht mehrere Befreiungstatbestände vor:

  • Freigrenze von 2.500 EUR — bei Kaufpreisen bis einschließlich 2.500 EUR fällt keine Grunderwerbsteuer an (§3 Nr. 1 GrEStG). Achtung: Es handelt sich um eine Freigrenze, nicht um einen Freibetrag — bei 2.501 EUR wird der volle Betrag besteuert.
  • Erbfall und Schenkung — Grundstückserwerbe von Todes wegen oder durch Schenkung im Familienkreis sind von der GrESt befreit. Es fällt stattdessen ggf. Erbschaft- bzw. Schenkungsteuer an.
  • Übertragung zwischen Ehegatten/Lebenspartnern — Der Erwerb eines Grundstücks durch den Ehegatten oder eingetragenen Lebenspartner ist grunderwerbsteuerfrei (§3 Nr. 4 GrEStG).
  • Vermögensauseinandersetzung nach Scheidung — Grundstücksübertragungen im Rahmen der Vermögensauseinandersetzung nach Auflösung der Ehe oder Lebenspartnerschaft sind steuerfrei (§3 Nr. 5/5a GrEStG).
  • Verwandte in gerader Linie — Erwerbe zwischen Eltern und Kindern (nicht Geschwistern!) sind ebenfalls befreit (§3 Nr. 6 GrEStG).

Share Deals (§1 Abs. 2a/2b GrEStG)

Bei sogenannten Share Deals wird nicht das Grundstück selbst, sondern die Anteile an einer grundbesitzenden Gesellschaft übertragen. Seit der Reform 2024 wird die Grunderwerbsteuer ausgelöst, wenn innerhalb von 10 Jahren mindestens 90 % der Anteile an einer Gesellschaft auf neue Gesellschafter übergehen. Diese verschärfte Regelung (vorher: 95 % in 5 Jahren) soll die Umgehung der Grunderwerbsteuer durch gesellschaftsrechtliche Gestaltungen verhindern.

Konzernklausel (§6a GrEStG)

Die Konzernklausel ermöglicht steuerneutrale Umstrukturierungen innerhalb von Unternehmensgruppen. Voraussetzung ist eine Beteiligung von mindestens 95 % des herrschenden Unternehmens, die sowohl 10 Jahre vor als auch 10 Jahre nach dem Umwandlungsvorgang bestehen muss. Die Regelung soll verhindern, dass rein organisatorische Umstrukturierungen ohne wirtschaftlichen Eigentümerwechsel Grunderwerbsteuer auslösen.

Rechenbeispiel: Bayern vs. Brandenburg

Kauf einer Eigentumswohnung für 400.000 EUR:

  • Bayern (3,5 %): 400.000 × 0,035 = 14.000 EUR Grunderwerbsteuer
  • Brandenburg (6,5 %): 400.000 × 0,065 = 26.000 EUR Grunderwerbsteuer

Der Unterschied beträgt 12.000 EUR — allein durch die Wahl des Bundeslandes. Bayern ist mit 3,5 % seit jeher das günstigste Bundesland und hat den Satz nie angehoben.

Häufig gestellte Fragen

Wie hoch ist die Grunderwerbsteuer 2026?
Die Grunderwerbsteuer liegt 2026 je nach Bundesland zwischen 3,5 % (Bayern) und 6,5 % (Brandenburg, NRW, Saarland, Schleswig-Holstein). Die Sätze werden von den einzelnen Bundesländern festgelegt.
Wer zahlt die Grunderwerbsteuer?
Käufer und Verkäufer sind gesamtschuldnerisch zur Zahlung verpflichtet (§13 GrEStG). In der Praxis trägt jedoch fast immer der Käufer die Grunderwerbsteuer allein — so wird es üblicherweise im Kaufvertrag vereinbart.
Wann wird die Grunderwerbsteuer fällig?
Das Finanzamt setzt die Grunderwerbsteuer nach Beurkundung des Kaufvertrags fest. Die Zahlung ist in der Regel innerhalb von 4 Wochen nach Zustellung des Steuerbescheids fällig. Erst nach Zahlung stellt das Finanzamt die Unbedenklichkeitsbescheinigung aus.
Kann man die Grunderwerbsteuer umgehen?
Legale Möglichkeiten sind begrenzt: Kaufpreis unter 2.500 EUR (Freigrenze), Erwerb vom Ehegatten, Erbschaft oder Schenkung (hier fällt ggf. Erbschaftsteuer an). Bei Share Deals greifen seit 2024 strengere Regeln (90-%-Grenze, 10 Jahre).
Ist die Grunderwerbsteuer steuerlich absetzbar?
Bei vermieteten Immobilien ja — die Grunderwerbsteuer zählt zu den Anschaffungsnebenkosten und wird über die AfA (Absetzung für Abnutzung) abgeschrieben. Bei selbstgenutztem Wohneigentum ist sie nicht absetzbar.
Was ist die Unbedenklichkeitsbescheinigung?
Die Unbedenklichkeitsbescheinigung (§22 GrEStG) wird vom Finanzamt nach Zahlung der Grunderwerbsteuer ausgestellt. Ohne sie kann das Grundbuchamt die Eigentumsumschreibung nicht vornehmen — sie ist also Voraussetzung für den Eigentumsübergang.

Ähnliche Rechner

Ratgeber zum Thema

Alle Angaben ohne Gewähr. Kein Ersatz für professionelle Beratung. Stand: 2026.