Kfz-Steuer Motorrad: 1,84 EUR pro 25 cm³

Die Kfz-Steuer für Motorräder ist denkbar einfach: Es gibt nur eine Komponente — den Hubraum. Eine CO2-Staffelung wie bei Pkw entfällt komplett. Der Satz beträgt 1,84 EUR je angefangene 25 cm³ Hubraum. Das macht Motorräder steuerlich zu den günstigsten Kraftfahrzeugen überhaupt.

Die Formel: Einfach und transparent

Die Berechnung der Motorrad-Kfz-Steuer folgt einer simplen Formel:

Jahressteuer = (Hubraum / 25, aufgerundet) x 1,84 EUR

Dabei wird der Hubraum in angefangene 25-cm³-Einheiten eingeteilt. Das bedeutet: Jede angefangene Einheit wird voll berechnet. Ein Motorrad mit 501 cm³ Hubraum wird genauso besteuert wie eines mit 525 cm³ — in beiden Fällen sind es 21 Einheiten.

Diese feingranulare 25-cm³-Einteilung ist bewusst gewählt. Bei Pkw wird je angefangene 100 cm³ besteuert. Die feinere Abstufung bei Motorrädern verhindert unverhältnismäßige Steuersprünge bei kleinen Hubraum-Unterschieden — ein 125-cm³-Roller zahlt deutlich weniger als ein 600-cm³-Sportmotorrad.

Berechnungsbeispiele nach Hubraumklasse

Hubraum Einheiten (25 cm³) Jahressteuer Monatskosten
50 cm³ 2 3,68 EUR 0,31 EUR
125 cm³ 5 9,20 EUR 0,77 EUR
300 cm³ 12 22,08 EUR 1,84 EUR
600 cm³ 24 44,16 EUR 3,68 EUR
750 cm³ 30 55,20 EUR 4,60 EUR
900 cm³ 36 66,24 EUR 5,52 EUR
1.200 cm³ 48 88,32 EUR 7,36 EUR
1.800 cm³ 72 132,48 EUR 11,04 EUR

Selbst ein großvolumiges Motorrad mit 1.800 cm³ Hubraum kostet nur 132,48 EUR Kfz-Steuer pro Jahr. Zum Vergleich: Ein Pkw mit 1.800 cm³ Benziner und 140 g/km CO2 würde allein an CO2-Steuer rund 92 EUR zahlen — plus 180 EUR Hubraumsteuer.

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Keine CO2-Komponente: Warum Motorräder anders besteuert werden

Während bei Pkw seit 2009 eine progressiv gestaffelte CO2-Komponente die Steuer massiv erhöht, verzichtet der Gesetzgeber bei Motorrädern vollständig darauf. Das hat mehrere Gründe:

  • Geringere Fahrleistung: Motorräder werden im Durchschnitt deutlich weniger gefahren als Pkw — häufig nur saisonal und als Zweitfahrzeug
  • Technische Vielfalt: Die 25-cm³-Einteilung bildet das breite Hubraumspektrum von 50 bis über 2.000 cm³ bereits differenziert ab
  • Niedrigere Gesamtemissionen: Der Anteil der Motorräder an den Gesamtemissionen im Verkehrssektor ist vergleichsweise gering

Das Fehlen der CO2-Steuer macht die Motorrad-Besteuerung einfacher und günstiger als die Pkw-Besteuerung. Es gibt keine Freibeträge, keine Stufen und keine Abhängigkeit vom Erstzulassungsdatum.

Leichtkrafträder: Sonderregeln unter 125 cm³

Für Leichtkrafträder bis 125 cm³ Hubraum gelten dieselben Steuersätze wie für größere Motorräder. Die jährliche Steuer ist dabei verschwindend gering:

  • 50 cm³ (Mofa/Roller): 3,68 EUR/Jahr
  • 125 cm³ (Leichtkraftrad): 9,20 EUR/Jahr

Leichtkrafträder bis 125 cm³ und maximal 11 kW (15 PS) dürfen mit dem Autoführerschein (Klasse B) und der Schlüsselzahl 196 gefahren werden. Diese Erweiterung ist seit 2020 möglich und erfordert eine Fahrschulung von mindestens 13,5 Zeitstunden.

Wichtig: Kleinkrafträder bis 50 cm³ Hubraum und 45 km/h Höchstgeschwindigkeit (Mofas, Mopeds) benötigen kein reguläres Kennzeichen, sondern ein Versicherungskennzeichen. Für diese Fahrzeuge fällt keine Kfz-Steuer an — nur die Haftpflichtversicherung über das Versicherungskennzeichen.

H-Kennzeichen: Pauschale für Oldtimer-Motorräder

Für historische Motorräder, die älter als 30 Jahre sind und sich in einem weitgehend originalen Zustand befinden, bietet das H-Kennzeichen eine günstige Pauschalsteuer:

  • 46,02 EUR pro Jahr — unabhängig vom Hubraum

Das H-Kennzeichen lohnt sich steuerlich ab einem Hubraum von etwa 625 cm³. Ab dieser Grenze übersteigt die reguläre Steuer (25 Einheiten x 1,84 EUR = 46,00 EUR) den Pauschalbetrag. Bei großvolumigen Oldtimern — etwa einer BMW R 90/6 mit 898 cm³ oder einer Harley-Davidson mit 1.690 cm³ — ist die Ersparnis deutlich:

Motorrad Reguläre Steuer H-Kennzeichen Ersparnis
250 cm³ Klassiker 18,40 EUR 46,02 EUR -27,62 EUR
900 cm³ Boxer 66,24 EUR 46,02 EUR +20,22 EUR
1.200 cm³ Tourer 88,32 EUR 46,02 EUR +42,30 EUR
1.690 cm³ Cruiser 124,64 EUR 46,02 EUR +78,62 EUR

Bei kleinen Klassikern unter 625 cm³ ist das H-Kennzeichen steuerlich teurer als die reguläre Besteuerung. Es kann sich aber durch andere Vorteile lohnen: bessere Versicherungstarife, Befreiung von Umweltzonen und den kulturellen Wert der Historien-Einstufung.

Saisonkennzeichen: Steuer auf die Fahrsaison begrenzen

Die meisten Motorräder werden nur in den warmen Monaten gefahren. Ein Saisonkennzeichen senkt die Kfz-Steuer anteilig — Sie zahlen nur für die Monate, in denen das Motorrad zugelassen ist:

  • März – Oktober (8 Monate): 8/12 = 66,7 % der Jahressteuer
  • April – Oktober (7 Monate): 7/12 = 58,3 % der Jahressteuer
  • April – September (6 Monate): 6/12 = 50,0 % der Jahressteuer

Rechenbeispiel: Ein 600-cm³-Motorrad mit Saisonkennzeichen März–Oktober:

44,16 EUR x 8/12 = 29,44 EUR pro Saison

Das Saisonkennzeichen spart nicht nur Steuer, sondern auch die Versicherung, die ebenfalls nur anteilig berechnet wird. Außerhalb der Saison darf das Motorrad nicht im öffentlichen Verkehr bewegt werden.

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Motorrad vs. Pkw: Steuervergleich

Im direkten Vergleich wird deutlich, wie günstig Motorräder bei der Kfz-Steuer abschneiden:

Fahrzeug Hubraum Jahressteuer
Motorrad 600 cm³ 44,16 EUR
Pkw Benzin (100 g/km CO2) 1.000 cm³ 30 EUR (nur Hubraum + 10 EUR CO2)
Pkw Benzin (140 g/km CO2) 1.600 cm³ 224 EUR
Pkw Diesel (160 g/km CO2) 2.000 cm³ 320 EUR
Motorrad (großer Tourer) 1.200 cm³ 88,32 EUR
SUV Benzin (210 g/km CO2) 3.000 cm³ 511 EUR+

Selbst ein großer Motorrad-Tourer mit 1.200 cm³ kostet weniger als ein Drittel der Steuer eines durchschnittlichen Mittelklasse-Pkw. Die fehlende CO2-Komponente ist der entscheidende Faktor für den großen Unterschied.

Fazit: Motorräder bleiben steuerlich unschlagbar günstig

Mit einer jährlichen Steuer zwischen 3,68 EUR (50 cm³) und rund 132 EUR (1.800 cm³) sind Motorräder die steuerlich günstigsten Kraftfahrzeuge in Deutschland. Das einfache Berechnungsmodell ohne CO2-Komponente macht die Steuer transparent und vorhersehbar. Wer zusätzlich ein Saisonkennzeichen nutzt, reduziert die ohnehin niedrigen Kosten nochmals deutlich. Für Oldtimer ab 625 cm³ bietet das H-Kennzeichen mit der Pauschale von 46,02 EUR eine attraktive Alternative.

Häufig gestellte Fragen

Wie berechnet sich die Kfz-Steuer für ein Motorrad?
Die Kfz-Steuer für Motorräder beträgt 1,84 EUR je angefangene 25 cm³ Hubraum. Es gibt keine CO2-Komponente wie bei Pkw. Die Berechnung: Teilen Sie den Hubraum durch 25, runden Sie auf die nächste ganze Zahl auf und multiplizieren Sie mit 1,84 EUR.
Wie viel Kfz-Steuer kostet ein 600 cm³ Motorrad?
600 cm³ geteilt durch 25 ergibt 24 Einheiten. 24 mal 1,84 EUR ergibt eine jährliche Kfz-Steuer von 44,16 EUR. Bei 601 cm³ wären es bereits 25 Einheiten, also 46,00 EUR.
Was kostet das H-Kennzeichen für ein Motorrad an Kfz-Steuer?
Mit H-Kennzeichen beträgt die Kfz-Steuer für Motorräder pauschal 46,02 EUR pro Jahr — unabhängig vom Hubraum. Das H-Kennzeichen lohnt sich also erst ab etwa 625 cm³ Hubraum, wo die reguläre Steuer den Pauschalbetrag übersteigt.
Wie wirkt sich ein Saisonkennzeichen auf die Motorrad-Steuer aus?
Mit einem Saisonkennzeichen zahlen Sie die Kfz-Steuer nur anteilig für die zugelassenen Monate. Bei einer typischen Motorradsaison von März bis Oktober (8 Monate) zahlen Sie zwei Drittel der Jahressteuer. Ein 600 cm³ Motorrad kostet dann statt 44,16 EUR nur etwa 29,44 EUR.
Gibt es eine CO2-Steuer für Motorräder?
Nein, Motorräder werden ausschließlich nach Hubraum besteuert. Eine CO2-Komponente wie bei Pkw gibt es nicht. Das macht die Motorrad-Steuer deutlich einfacher zu berechnen und in der Regel auch deutlich günstiger als die Pkw-Steuer.