Rentenwert 2026: 40,79 EUR pro Entgeltpunkt

Der aktuelle Rentenwert ist die zentrale Stellschraube der gesetzlichen Rente. Er bestimmt, wie viel Euro ein Entgeltpunkt bei der monatlichen Rentenzahlung wert ist. Bis Juni 2026 liegt er bei 40,79 EUR (in Kraft seit 1. Juli 2025) — und steigt zum 1. Juli 2026 voraussichtlich auf 42,52 EUR (+4,24 %). Wir erklären, was das konkret bedeutet, wie sich der Rentenwert historisch entwickelt hat und welche Rolle die Ost-West-Angleichung spielt.

Was ist der aktuelle Rentenwert?

Der aktuelle Rentenwert (aRW) ist ein zentraler Faktor in der Rentenformel. Er gibt an, wie viel monatliche Bruttorente ein Versicherter für einen Entgeltpunkt erhält. Ein Entgeltpunkt entspricht einem Beitragsjahr mit exakt durchschnittlichem Verdienst — im Jahr 2026 sind das vorläufig 51.944 EUR brutto (Sozialversicherungsrechengrößen-Verordnung 2026).

Die vollständige Rentenformel lautet:

Monatsrente = Entgeltpunkte (EP) x Zugangsfaktor (ZF) x Rentenartfaktor (RAF) x aktueller Rentenwert (aRW)

Bei einer regulären Altersrente ohne Abschläge ist der Zugangsfaktor 1,0 und der Rentenartfaktor ebenfalls 1,0. In diesem Fall vereinfacht sich die Formel zu: Monatsrente = EP x aRW.

Der Rentenwert 2026: Zwei Werte im Jahr

Da die Rentenanpassung traditionell zum 1. Juli eines Jahres erfolgt, gelten 2026 zwei unterschiedliche Rentenwerte:

Zeitraum Rentenwert Standardrente (45 EP)
01.01. – 30.06.2026 40,79 EUR 1.835,55 EUR
ab 01.07.2026 42,52 EUR 1.913,40 EUR

Die Rentenanpassung zum 1. Juli 2026 beträgt 4,24 Prozent. Für eine Standardrente bedeutet das einen Anstieg um rund 78 EUR brutto pro Monat.

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Historische Entwicklung des Rentenwerts

Der aktuelle Rentenwert ist seit Einführung der Rentenformel kontinuierlich gestiegen — mit wenigen Ausnahmen in wirtschaftlich schwierigen Phasen. Die folgende Tabelle zeigt die Entwicklung der letzten Jahre:

Jahr (ab Juli) Rentenwert (West) Anpassung
2020 34,19 EUR +3,45 %
2021 34,19 EUR +0,00 %
2022 36,02 EUR +5,35 %
2023 37,60 EUR +4,39 %
2024 39,32 EUR +4,57 %
2025 40,79 EUR +3,74 %
2026 42,52 EUR +4,24 %

Die Rentenanpassung 2026 fällt deutlich positiv aus. Inflationsbereinigt bedeutet sie für die meisten Rentner eine reale Kaufkraftsteigerung, sofern die Inflationsrate unter 4,24 Prozent liegt.

Ost-West-Angleichung: Ein Rentenwert für ganz Deutschland

Über Jahrzehnte existierten in Deutschland zwei verschiedene Rentenwerte — einer für die alten und einer für die neuen Bundesländer. Der ostdeutsche Rentenwert war historisch niedriger, da das Lohnniveau im Osten unter dem Westniveau lag.

Das Rentenüberleitungs-Abschlussgesetz von 2017 setzte einen verbindlichen Fahrplan zur vollständigen Angleichung. Die wichtigsten Meilensteine:

  • Ab 2018: Jährliche Anhebung des Ost-Rentenwerts um mindestens 0,7 Prozentpunkte über die reguläre Anpassung hinaus
  • 1. Juli 2023: Vorzeitige vollständige Angleichung — der Rentenwert Ost erreicht 100 % des Westwerts (ursprünglich für Juli 2024 geplant)
  • 1. Januar 2025: Angleichung der Beitragsbemessungsgrenzen — Ost und West sind nun vollständig vereinheitlicht
  • 1. Januar 2026: Entfall der Rechtskreistrennung aus dem Gesetzestext — es gibt nur noch einen einzigen, bundeseinheitlichen Rentenwert

Für Rentner in Ostdeutschland war die Angleichung ein bedeutender Schritt: Gleiche Entgeltpunkte führen nun zu exakt derselben Rentenhöhe wie im Westen. Gleichzeitig entfiel der Hochwertungsfaktor, der niedrigere Ost-Löhne bei der Entgeltpunkte-Berechnung aufwertete. Dies bedeutet, dass ostdeutsche Beschäftigte seit 2025 für denselben Verdienst auch dieselben Entgeltpunkte erhalten — ohne Auf- oder Abwertung.

Die Rentenanpassungsformel: Wie der Rentenwert bestimmt wird

Der Rentenwert wird nicht politisch willkürlich festgelegt, sondern folgt einer gesetzlich verankerten Rentenanpassungsformel. Diese berücksichtigt drei zentrale Komponenten:

  • Lohnfaktor: Die Entwicklung der Bruttolöhne und -gehälter im Vorjahr bildet die Basis. Steigen die Löhne, steigt tendenziell auch der Rentenwert.
  • Beitragssatzfaktor: Veränderungen im Beitragssatz zur Rentenversicherung fließen ebenfalls ein. Da der Beitragssatz 2026 bei 18,6 % stabil bleibt, hat dieser Faktor aktuell keinen dämpfenden Effekt.
  • Nachhaltigkeitsfaktor: Dieses Element berücksichtigt das Verhältnis von Beitragszahlern zu Rentnern. Bei einer alternden Gesellschaft wirkt der Nachhaltigkeitsfaktor tendenziell bremsend auf die Rentenanpassung.

Zusätzlich gilt seit dem Rentenpaket 2025 eine gesetzliche Haltelinie: Das Rentenniveau darf nicht unter 48 Prozent des Durchschnittsentgelts sinken — garantiert bis mindestens 2031. Diese Sicherung kann im Zweifel zu höheren Anpassungen führen, als es die Formel allein ergeben würde.

Die formale Umsetzung erfolgt durch die Rentenwertbestimmungsverordnung, die das Bundesministerium für Arbeit und Soziales erlässt und der Bundesrat zustimmt. Sie tritt jeweils zum 1. Juli in Kraft.

Rechenbeispiel: So wirkt der Rentenwert auf Ihre Rente

Angenommen, Sie haben im Laufe Ihres Berufslebens 35 Entgeltpunkte gesammelt und gehen regulär in Altersrente (Zugangsfaktor 1,0):

  • Bis Juni 2026: 35 x 40,79 EUR = 1.427,65 EUR brutto/Monat
  • Ab Juli 2026: 35 x 42,52 EUR = 1.488,20 EUR brutto/Monat
  • Steigerung: +60,55 EUR pro Monat

Bei 40 Entgeltpunkten wäre der Anstieg entsprechend größer: von 1.631,60 EUR auf 1.700,80 EUR — ein Plus von 69,20 EUR monatlich.

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Fazit: Stabiler Rentenwert mit positiver Tendenz

Der aktuelle Rentenwert von 40,79 EUR (bis Juni 2026) bildet die Grundlage für die Berechnung aller gesetzlichen Renten in Deutschland. Mit der Anpassung auf voraussichtlich 42,52 EUR ab Juli profitieren über 21 Millionen Rentner von einer spürbaren Erhöhung von 4,24 Prozent. Die vollständige Ost-West-Angleichung markiert zudem das Ende einer über dreißig Jahre währenden sozialpolitischen Vereinheitlichung. Nutzen Sie unseren Rentenrechner, um Ihre individuelle Rentenhöhe auf Basis Ihrer Entgeltpunkte zu ermitteln.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der aktuelle Rentenwert 2026?
Bis zum 30. Juni 2026 beträgt der aktuelle Rentenwert bundeseinheitlich 40,79 EUR (gültig seit 1. Juli 2025). Ab dem 1. Juli 2026 steigt er voraussichtlich auf 42,52 EUR (+4,24 %). Der Rentenwert gibt an, wie viel monatliche Bruttorente ein Entgeltpunkt wert ist. Wer beispielsweise 40 Entgeltpunkte gesammelt hat, erhält bis Juni 2026 eine monatliche Bruttorente von 1.631,60 EUR (40 x 40,79 EUR).
Warum gibt es keinen Unterschied mehr zwischen Ost und West?
Seit dem 1. Juli 2023 gilt der Rentenwert bundeseinheitlich. Zuvor war der ostdeutsche Rentenwert niedriger als der westdeutsche. Das Rentenüberleitungs-Abschlussgesetz von 2017 hatte eine schrittweise Angleichung vorgesehen, die durch die günstige Lohnentwicklung in den neuen Bundesländern bereits ein Jahr früher als geplant abgeschlossen wurde. Seit 2025 sind auch die Beitragsbemessungsgrenzen vereinheitlicht.
Wie wird die jährliche Rentenanpassung berechnet?
Die Rentenanpassung folgt der sogenannten Rentenanpassungsformel. Diese berücksichtigt drei Faktoren: die Lohnentwicklung der Beschäftigten im Vorjahr, den Nachhaltigkeitsfaktor (Verhältnis von Beitragszahlern zu Rentnern) und den Beitragssatzfaktor. Zusätzlich sichert das Rentenpaket 2025 eine Haltelinie von 48 Prozent des Rentenniveaus bis 2031. Die Anpassung tritt jeweils zum 1. Juli in Kraft.
Wie hoch ist die Standardrente 2026?
Die Standardrente (auch Eckrente genannt) basiert auf 45 Beitragsjahren mit jeweils durchschnittlichem Verdienst, also 45 Entgeltpunkten. Bis Juni 2026 beträgt sie 45 x 40,79 EUR = 1.835,55 EUR brutto im Monat. Nach der Rentenanpassung im Juli 2026 steigt sie auf 45 x 42,52 EUR = 1.913,40 EUR brutto. Die tatsächliche Nettorente fällt durch Abzüge für Kranken- und Pflegeversicherung niedriger aus.